Wissenswertes
Stress als Ursache für ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
Nach der Landesärztekammer Baden-Württemberg kommt es bei 70-90% der kritisch kranken Patienten zu einer durch Stress verursachten Blutung im Magen-/Darmbereich. Die stressbedingte Gastritis (Magenschleimhautentzündung) oder der Stressulcus (Stressbedingtes Magengeschwür) können durch privaten – auch emotional bedingten – und beruflichen Stress, durch eine kritische Krankheit, einen Unfall oder Verbrennungen ausgelöst werden.
In einer groß angelegten Studie von Cook et al. (1996) erwies sich, dass Blutungen im Magen-/Darmbereich bedeutend seltener auftraten, wenn bei kritisch kranken Patienten eine entsprechende Prophylaxe (umgangssprachlich: Vorbeugung) durch Medikamente erfolgte. In dieser Studie wurde speziell die Wirkung von H2-Rezeptorantagonisten (Cimetidin) zur Vorbeugung einer Magenblutung bei kritisch kranken Patienten herausgestellt. Auch Protonenpumpenhemmer können einer vermehrten Magensäurebildung bei einem stressbedingten Ulcus (Fachbegriff für Magengeschwür) und einer damit verbundenen Magen-/ Darmblutung bei kritisch kranken Patienten nach der Landesärztekammer Baden-Württemberg vorbeugen. Die AWMF-Leitlinien „Helicobacter und gastrointestinale Ulcuskrankheit“ empfehlen ebenfalls Protonenhemmer wie Omeprazol einzusetzen, um eine Blutung im Magen-/Darmbereich zu verhindern bzw. dieser vorzubeugen.
Tritt bei kritisch kranken Patienten eine Magen-/Darmblutung ein, ist die Sterblichkeit nach der Landesärztekammer Baden-Württemberg sehr hoch. Deshalb ist eine medikamentöse Vorbeugung sinnvoll, da eine derartige Blutung schwer zu therapieren ist.
Prognose des Ulcus ventriculi (Magengeschwür)
Die Mehrzahl der Magengeschwüre heilt von selbst aus. Durch eine wirksame medikamentöse Therapie kann ebenfalls eine hohe Heilungsrate erreicht werden. Der Verzicht auf magenschädigende Medikamente wie nichtsteroidale Schmerzmittel, Mittel gegen Rheuma und Entzündungshemmer, Kortison, hochprozentigen Alkohol und vor allem Nikotin, ist natürlich unbedingte Voraussetzung für eine Ausheilung des Magengeschwürs.
Auch entscheidend für die Heilung eines Magengeschwürs (Ulcus ventriculi) war die Erforschung des Bakteriums Helicobacter pylori als Ursache für einen Ulcus (Magengeschwür). Nachdem die von den AWMF Leitlinien „Helicobacter“ empfohlenen Eradikationstherapie, eine Kombination von Protonenhemmer mit Antibiotika, durchgeführt ist, ist ein Wiederauftreten der Infektion selten.
Das Auftreten von Komplikationen wie Magenblutung, Magendurchbruch, Magenverengung verschlechtert natürlich die Prognose eines Magengeschwürs.
Unterstützende Maßnahmen
Einige Mittel aus der Pflanzenheilkunde können ggf. hilfreich im Rahmen einer unterstützenden Behandlung von Magengeschwüren sein. Teekuren mit Leinsamen, Eibisch und Malve, die einen Schutz für die Magenschleimhaut vor Säureüberschuss bieten, werden von manchen Betroffenen angewandt. Weiterhin wird Tees mit Kamille oder Süßholzwurzel ein entzündungshemmender Einfluss nachgesagt. Auch Teezubereitungen mit Schafgarbe können hilfreich bei Magenbeschwerden sein.
Mittel, die auf der Basis von z. B. Kamillenblüten, Kümmelfrüchten, Angelikawurzel, Mariendistelfrüchten, Melissen-, Pfefferminzblättern, Schleifenblumenkraut, Schöllkraut und Süßholzwurzel beruhen, werden ebenfalls von manchen Betroffenen angewandt.
Einige Entspannungsverfahren, z.B. Autogenes Training, können hilfreich zur Vorbeugung eines stressbedingten Magengeschwürs sein.
Die Wirkung der Akupunktur wird in medizinischen Fachkreisen kontrovers diskutiert. Sie soll die medikamentöse Behandlung unterstützen und ganzheitlich zur Stärkung der Selbstheilungskräfte beitragen.
Einige Patienten berichten auch von positiven Erfahrungen, die sie mit der Homöopathie gemacht haben. Zu den eingesetzten Substanzen gehören hier z. B.: Acidum muriaticum, Acidum sulfuricum, Argentum metallicum, Belladonna, Ignatia, Nux Vomica oder Rumex.
Birgit Lindner
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